Neben der SG INSIGNIS Handball WESTWIEN, die bei den Profis und im Anschlusskader das Flaggschiff darstellt, gibt es mit Union West Wien Handball, Handball Mödling und Handball Wienerwald bereits drei Partner- bzw. Satellitenvereine, die die grün-weiße Großfamilie komplettieren. Unser Manager Conny Wilczynski spricht im Interview über die Anfänge des Projekts „Nachwuchsoffensive“ und ihre Entwicklung in den letzten Jahren.
Wie ist es zu der Idee der Nachwuchsoffensive bzw. der Neugründungen gekommen?
Das hatte zwei Gründe. Stefan Higatzberger und ich wohnen seit vielen Jahren in Mödling und wir wurden immer wieder von verschiedenen Personen angesprochen, warum es im Raum Mödling – neben den erfolgreichen Mädels von Hypo NÖ – kein Handballangebot für Burschen gibt.
Anderseits haben wir auch erkannt, dass wir bei WESTWIEN im Nachwuchs an natürliche Kapazitätsgrenzen stoßen, was Hallen- & Trainerverfügbarkeiten betrifft. Daher haben wir einen anderen Zugang gewählt und gesagt, dass wir nicht nur Burschen für unseren Verein WESTWIEN begeistern wollen, sondern in neue Regionen gehen und unter einer sehr ähnlichen Idee versuchen wollen, neue Burschen für den Handballsport zu begeistern. 2018 haben wir dann den Verein Handball Mödling gegründet. Wir sind sehr froh, dass das Angebot so gut angenommen wird und der Verein so „explosionsartig“ gewachsen ist.
Und weil es so gut angekommen ist, wurde dann 2 Jahre später kurzerhand auch ein neuer Verein in Purkersdorf bzw. der Region Wienerwald gegründet?
Ja, aber das war natürlich ein längerer Prozess. Uns war schon länger bewusst, dass die Region um Purkersdorf handballtechnisch noch nicht „besiedelt“ war. Bei solchen Projekten sind aber natürlich immer die Personen entscheidend, die es umsetzen wollen und können. Wichtig ist auch ein Bezug zur Region, das notwendige Know-how und vor allem die Leidenschaft. Daher habe ich nach der erfolgreichen Anfangsphase bei Handball Mödling sehr bald die ersten Gespräche mit Mathias Klemmer-Nendwich und Gery Grabner geführt, die in Purkersdorf leben und genauso vom Handball-Gen infiziert sind. Ich bin sehr froh, dass sie sich begeistern haben lassen und dass sie dann gemeinsam mit Milan Ivanovic und Harald Hausner den Verein gründeten und seither auch eigenständig führen.
Was war bzw. ist das Ziel dahinter?
Die Grundidee ist relativ simpel. Vorhandenes Know-how und vorhandene Erfahrungen zu „skalieren“ und in neue Regionen zu bringen bzw. dort einzusetzen. Mit dem Hauptziel – unter einer ähnlichen Ausbildungsidee – viele neue Kinder für den Handballsport zu gewinnen.
In der Anfangsphase haben sowohl Handball Mödling als auch Handball Wienerwald von den gut aufgestellten Strukturen von WESTWIEN profitiert und aufgrund vieler Schnittmengen konnten viele Bereiche sehr effizient und ressourcenschonend aufgebaut werden (von rechtlichen Themen hinsichtlich der Gründung, über organisatorische Fragen bis hin zu sportlichen Themen).
Mittlerweile sind die Vereine autark und werden eigenständig organisiert, finanziert und geführt. Das war das Ziel, um auch in keine Abhängigkeiten zu kommen und ein nachhaltiges Modell aufzubauen. Ein reger Austausch und eine gegenseitige Unterstützung findet natürlich statt und ich bin der Meinung, dass sich alle grün-weißen Nachwuchsvereine gegenseitig befruchten und somit die grün-weiße Großfamilie perfekt machen.
Wie fällt deine Zwischenbilanz aus?
Großartig! Neben der sehr erfolgreichen Arbeit bei UWW Handball, ist es in relativ kurzer Zeit gelungen, in Mödling und im Raum Wienerwald über 200 Kinder für den Handballsport zu begeistern und zu binden. Sehr erfreulich ist auch, dass Handball Wienerwald ein Verein für Burschen & Mädchen ist.
Bei Handball Mödling konnten bereits die ersten beachtlichen Erfolge erzielt werden. So ist beispielsweise die U12 in der vergangenen Saison hinter Union West Wien Handball Vize-Staatsmeister geworden.
Neben den Erfolgen konnten bei beiden Vereinen auch neue Trainer gewonnen bzw. alte Trainer wieder reaktiviert werden. Zudem wurden damit auch neue Funktionäre an den Handball gebunden und neue Communities aufgebaut, von denen das System Handball natürlich in unterschiedlichen Bereichen profitiert bzw. profitieren wird. Unterm Strich bin ich sehr froh und dankbar, dass mittlerweile so viele Personen in der grün-weißen Nachwuchsoffensive involviert sind und wir damit einen sehr wertvollen Beitrag für den österreichischen Handball leisten.
